in den Deutschballkämpfen mit einer guten Mannschaft gegenüberzutreten. Gesagt, getan. Der Aufruf an die Bayernjunioren fand freudigen Widerhall, und als gar noch tüchtige Kräfte der Giselakreisrealschule „Bayern„ wurden, da war man des Sieges fast schon gewiß. Zwei Mannschaften wurden auf die Beine gebracht und eifrigst wurde trainiert, standen doch nur zwei Monate Zeit zum Einspielen zur Verfügung. In ununterbrochenem Siegeslauf wurden die Mannschaften der hiesigen Mittelschulen aus dem Felde geschlagen, so daß Bayern gegen Römer am Ungererplatz zum entscheidenden Schlußspiel anzutreten hatte. Fast die ganzen Vorstandsmitglieder, sowie viele Bayern und M.S.C.-Anhänger wohnten diesem Schlußkampfe als Zuschauer bei, so daß eine für Deutschball sehr stattliche Zuschauermenge anwesend war. Überlegen gewann unsere Mannschaft nach schönem Kampfe mit 77 : 33 gegen die bisher unbesiegte Römermannschaft und holte sich damit die Poschingermedaille. Neben den sonntägigen Meisterschaftsspielen der Junioren fanden an den schulfreien Mittwochen und Samstagen ununterbrochen auf den Bayernplätzen die Fußballwettkämpfe der verschiedenen Mittelschulen Münchens statt. Es gab damals fast keine Schule, die nicht eine oder zwei Mannschaften aufstellte, aber auch keine Schülermannschaft, in der nicht Bayernjunioren standen. Die Oberrealschule mit Schneider und Gablonsky in ihrer Elf war ein allseits gefürchteter Gegner. Die Unterstützung, welche diese Schülerspiele durch Bayern erfuhren — man überließ gerne Platz und Ball, stellte den Schiedsrichter — brachte vielen Zuwachs zu Bayern. Mindestens 70 Prozent aller Junioren bei Bayern waren Mittelschüler, was auf die Spielauffassung nicht ohne Einfluß war. Doch auch sogenannte Lehrlingsmannschaften stellten ihren Mann, von denen die spätere „B rauer eimannschaf t“ die berühmteste wurde.

So stand denn im Sommer 19 1 4 die Jugendabteilung mit über 200 fußballtreibenden Junioren da. Langsam und sorgsam aufgebaut, bildete sie ein mächtiges Reservoir für die Entwicklung der Altmannschaften, wie für den ganzen Verein selbst. Noch am Tage der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Serajewo, die den Auftakt zum Weltkriege bildete, stand unsere erste Jugendmannschaft in Innsbruck der 1. Mannschaft des dortigen F.C. Innsbruck gegenüber und konnte beide Spiele unentschieden halten, ein Zeichen dafür, wie hoch das spielerische Können der letzten Jugendmannschaft vor dem Kriege stand.

Die Kriegsjahre und die Nachkriegszeit.

Mitten in diese blühende Jugendabteilung trat der Krieg. Gewaltsam abgeschnitten hörte der Puls dieser großen Jugendabteilung zu schlagen auf. Der Führer der Abteilung mußte schon am 2. Mobilmachungstag einrücken, mit ihm fast der ganze Stab seiner treuen


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